Oktober 2025: Aktivstallhaltung

Pferdehaltung ist ein anspruchsvolles Thema. Als Betreiber eines kleinen Pferdehofes im Aufbau mussten auch wir viel ausprobieren und Einiges investieren, um dort zu landen, wo wir jetzt - endlich - sind:

Seit einigen Tagen ist unsere Pferdehaltungsidee "Aktivstallhaltung als naturnahes Lebenskonzept für Pferde" fertig.

Aktivstallhaltung - was ist das?

Nimmt man das Wort auseinander, ist die Beschreibung schon erledigt:

aktiv: ein durchdachtes Wegekonzept bewirkt, dass sich die Tiere viel bewegen müssen, um ihren Bedürfnissen nachzukommen. So wird beispielsweise das Heu an mehreren Stellen verteilt, sodass zum Erreichen von Futter und Wasser - weite - Wege zurück gelegt werden müssen. Futterraufen von HIT ermöglichen eine zeitgesteuerte Fütterung, die sich besonders für große Anlagen eignet. Es gibt Liegeflächen, Beschäftigungsangebote und nach Möglichkeit Zugang zu Weideflächen.

stall: damit die Idee ganzjährig funktioniert, sollte ein Stall oder Unterstand vorhanden sein. In manchen Konzepten ist dies mit einer Pferdetoilette kombiniert, was den täglichen Versorgungsaufwand deutlich vereinfacht.

haltung: sicher soll es sein. Sodass man sich durchaus mit dem Thema Umzäunung auseinander setzen muss. Als Betreiber aber eben auch mit den entsprechenden Genehmigungen, die notwendig sind, um überhaupt Pferde halten zu dürfen.

Bei uns auf dem Pferdehof Jakobshagen sieht das jetzt so aus:

Wenn man morgens kommt, sind Pferde oben am Stall oder zunächst einmal nicht zu sehen - weil sie irgendwo auf der Fläche unterwegs sind. Für mich ein besonderes Erlebnis - kenne ich es doch bislang so, dass ungeduldig am Tor auf mich gewartet wird. Besonders und schön. Denn es zeigt: die Pferde sind durch die neue Einrichtung im eigenen Rhythmus unterwegs.

Alle Wege sind offen. Tore werden nur noch geschlossen, wenn die Tiere separiert werden. Zum Beispiel für die Kraftfuttergaben. Und auch hierfür hat sich durch die Veränderung der Haltung wie von selbst ein neuer Arbeitsablauf ergeben: da sich die Pferde jetzt sehr unabhängig bewegen, ist meistens eines von ihnen einzeln am Stall und kann dort individuell und stressfrei mit Zusatzfutter versorgt werden.

Im Stall gibt es eine Lecksteinbar. Eine gute Auswahl für eine ganzheitliche Versorgung bietet unter Anderem der lecksteine-shop.de ! Sehr ansprechend finde ich das Starterset mit einer klassischen Mischung aus Magnesium, Zink, Natriumchlorid und Biotin. Sämtlich Mineralien, die über Lecksteine gut verfügbar sind für den Organismus.

Die Pferde können sich nach Belieben draußen oder drinnen mit Heu bedienen. Bei trockenem Boden und guten Bedingungen gibt es draußen das Heu in vielen kleinen Portionen, die auf dem Rundweg verteilt werden. Bei Schlechtwetter hängen wir Heunetze auf. So ist eine aktive, saubere Fütterung mit langen Fresszeiten garantiert.

Im Winter wird hier ein großes Strohbett eingerichtet.

Eine geräumige Box ermöglicht eine gute Einzelbetreuung, wenn es, aus welchen Gründen auch immer, notwendig ist.

Wir arbeiten weiterhin mit verschiedenen Untergründen für eine aktive Unterstützung des Bewegungsapparates und der Hufe.

Mehrere Grüninseln sorgen für ein ansprechendes Bild und sind nützliche Details bei der Flächenpflege.

Auch innerhalb des ehemaligen großen Paddocks ist nun eine Insel abgetrennt. Hier entsteht eine Weidefläche, die nach Bewuchs und Bedarf geöffnet werden kann.

Auf dem Rundweg können sich die Pferde den ganzen Tag wetterunabhängig und ganzjährig bewegen.

Ich kannte diese Bilder von vergleichbaren Konzepten und bin tatsächlich überwältigt davon, wie schnell Veränderung im Verhalten der Tiere zu beobachten war. Mehr oder weniger sofort hat sich die gesamte Struktur der Herde entspannt. Sie alle wirken glücklich und zufrieden. Und pflegen intensiver als zuvor ein friedliches Miteinander!

Für mich: bedeutet das nun fertige Konzept wesentlich weniger Arbeit. Auch weniger Eile, morgens den Betrieb zu starten. Es muss Alles nicht mehr schnell gehen - die Pferde sind grundsätzlich ganzheitlicher versorgt und brauchen mich und uns sehr viel weniger als vorher.

Fazit: Aktivstallhaltung ist ohne Zweifel das, was einer naturnahen Haltungsform am nächsten kommt. Allein dadurch, dass die Pferde animiert werden, sich mehr oder weniger ständig in einem ruhigen Gleichmaß zu bewegen und ihren natürlichen Aufgaben nachzugehen. Was dem Verhalten in freier Wildbahn ähnlich ist. Ob jedoch das zu jedem Pferd, jedem Pferdebesitzer und jedem Hof passt, sei dahin gestellt. Unsere Herde besteht vorwiegend aus Robustpferden, die dieses Konzept zweifelsfrei dankbar angenommen haben. Empfindliche Züchtungen kommen vielleicht nicht damit klar? ... Und vielleicht fühlt sich auch der eine oder andere Pferdebesitzer mit einer Boxenhaltung und täglichem Weidegang wohler?... Es ist und bleibt eine individuelle Entscheidung mit vielen Möglichkeiten. Sicherlich auch abhängig von den grundsätzlichen Gegebenheiten eines für Pferde eingerichteten Geländes.


Wir sind Mitglied im Verband www.proagro.de

Pferdehof Jakobshagen GbR
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